News

Pilgerauftakt 2012
  Das neue Jahr 2012 hat begonnen!   Es wird  auch für uns Pilger wieder viele verschiedene Wege bereithalten
Weiterlesen...
Startseite Archiv
1. Etappe Ökumenisches Samstagspilgern Magdeburg-Schönebeck PDF Drucken E-Mail
07.03.2009
Nach dem gelungenen Pilgerauftakt am 14. Februar `09 in Magdeburg wollen wir heute unsere erste Etappe auf dem Jakobsweg durch Sachsen-Anhalt von Magdeburg nach Schönebeck bewältigen.
Am frühen Morgen des 07. März `09 trafen sich 21 Pilger auf dem Leipziger Hbf um in Richtung Magdeburg zu starten.
In der Kathedrale “St. Sebastian” empfing uns Pfarrer Vornewald zu unserer Morgenandacht und sprach kurz über den Sinn des Pilgerns. Es ist ein Aufbruch, ein loslassen, ein loslaufen und sollte man sich in einer Lebenssituation “verrannt” haben, auch eine Möglichkeit zur Umkehr. Anschließend erteilte uns noch den Reisesegen. Er bedauert es, nicht mit uns eine kurze Strecke pilgern zu können, da er sich selber im “Aufbruch” befand. Er wird in naher Zukunft in Blankenburg als Pfarrer tätig sein.

29 Pilger traten nun den ersten Abschnitt des Pilgerweges an. Wir sahen eine alte Schiffshubbrücke über die inzwischen sehr viel Wasser führende Elbe. Diesen Fluss überquerten wir dann an der neuen “Sternbrücke”, um ein Stück auf der Halbinsel “Rotehorn” weiter zu pilgern. Am Ufer des Flusses lag das Museumsschiff “Württemberg”, welches über die bedeutsame Elbeschifffahrt informiert. Im Hintergrund grüßten uns nochmals die 2 schönen Türme des Magdeburger Domes.
Nach gut 1 Stunde erreichen wir den jetzigen Magdeburger Stadtteil Cracau. Er wurde vor ca. 1.100 Jahren von Slawen gegründet. Im 12. Jahrhundert siedelten sich hier Holländer an. Sie bauten eine Kirche und weihten sie ihrem holländischen Nationalheiligen “St. Briccius”. Brände und Kriege zerstörten Ort und Kirche. Im 16. Jahrhundert wurde an einen alten Wachturm ein Kirchenschiff angebaut und dieser Bau gehört zu den wenigen Gotteshäusern der Elbestadt, welche alle Kriegswirren überstanden hat. Pfarrer Schultze begrüßt uns und erklärt uns sein Gotteshaus. Die Seitenemporen des Hauses wurden entfernt und man erhält einen großen, geräumigen Raum.
Die Fenster tragen schöne Buntglasornamente  (Alpha und Omega, den Kelch, das Kreuz und den Schriftzug IHS).
Pfarrer Schultze meinte schmunzelnd, dort steht also nicht: “I-ch H-eiße S-chultze”, sondern Jesus, der Menschen Retter!
Die über viele Jahre verschollen geglaubte Taufschale kam auf unglaublichen Wegen wieder zurück nach Cracau. Der Pfarrer betätigte sich für uns auch noch als Organist und spielte auf der Orgel. Mir guten Wünschen entließ er uns auf unseren weiteren Pilgerweg.
Erstaunlich viel Wald lag an unserem Weg, so konnten wir am Waldesrand eine Mittagsrast einlegen. Auch hier, wie an den vorherigen Stationen, übermittelte Dagmar Schlegel Grüße aus dem deutschsprachigen Raum.
Herr Beinlich aus Schönebeck führt uns an einem Steinzeitdorf am “Kulturlandschaftlichen Erlebnispfad Elbaue” vorbei.
Auf der Suche nach dem Kirchturm ging es durch den Ort Randau - Calenberge bis zur Kirche. Uns empfing die Gemeindepädagogin Frau Warschau. Sie steht dem evangelischen Kirchspiel St. Sophie, St. Thomas und St. Georg als Pfarrerin vor. Wir betreten die kleine, etwas geduckt wirkende Kirche. Das Kirchenschiff ist durch eine Fensterwand in eine Sommer- und eine Winterkirche getrennt. Wir bevorzugen für unsere Andacht die beheizte Winterkirche. Frau Warschau denkt mit uns über einen Ausschnitt aus dem Lukas-Evangelium nach und erzählt eine Kurzgeschichte über den “Taumelkäfer”. (Wenn man in eine saubere Regenpfütze sieht, erkennt man den Himmel über sich)! Wir machen uns wieder auf den Weg zur Elbe. um auf dem Elberadweg nach Schönebeck zu gelangen. In der Ferne grüßen schon die beiden Türme der evangelischen St. Jakobikirche von Schönebeck. Wir überqueren erneut die Elbe, erreichen die Stadt und befinden uns nach kurzer Zeit auf dem Marktplatz.
Vor dem Rathaus steht ein Brunnen. 3 Figuren symbolisieren die wichtigsten Berufe der damaligen Zeit: Schiffer, Salinearbeiter und Metallarbeiter.
Ein großer, trutziger Wachturm ist als Rest der Stadtmauer noch erhalten.
Mit Glockengeläut empfängt uns die frühgotische Basilika St. Jacobi, unser heutiges Pilgeretappenziel. Pfarrer Beyer, ein junger evangelischer Geistlicher, begrüßt uns vor seiner Kirche. Gemeinsam singen wir während der Abendandacht mit Gitarrenbegleitung einige Lieder. Zur Ansprache hat er eine aufgetrennte Achatkugel mitgebracht und spricht über den Stein als Vergleich zu uns Menschen, wie man außen unscheinbar, aber im Herzen schön wirken kann.
Zu uns gesellt sich Frau Muth, der “gute Geist des Hauses”. Sie erklärt uns noch etwas über die Kirche. Wir sehen wieder wunderschöne Buntglasfenster. Auf ein Fenster macht sie uns besonders aufmerksam. Hier gehört eigentlich der heilige Jacobus hin, aber das Fenster wird zur  Zeit in Quedlinburg restauriert.
Nach der Andacht werden wir noch in das neue vor 12 Jahren errichtete Gemeindehaus gebeten. Für uns wurden heiße Getränke bereitgestellt, was wir sehr dankbar angenommen haben. Nach einem Dank an alle ging es zum Bahnhof und wieder nach Hause. Der “Wettergott” ist bestimmt auch ein Pilger, denn als wir im Zug saßen, begann es erst zu regnen.

Hannelore Unverricht