| 2. Etappe Oekumenisches Samstagspilgern Schönebeck-Calbe |
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Pilgern in Mitteldeutschland Auf den Wegen der Jakobspilger durch Sachsen-Anhalt Ökumenisches Samstagpilgern 2009/2. Etappe Pilgerbericht vom 4. April 2009 Schönebeck - Calbe/Saale Der Tag stand unter dem Motto des neuen Pilgerliedes unserer Wanderleiterin Dagmar Schlegel: “Das Pilgern ist der Menschen Lust...!” Dem monatlichen Pilgeranliegen folgend, trafen sich die Leipziger Pilger schon routinemäßig früh 6.40 Uhr am Bahnsteig 13 des Hauptbahnhofes zur Eisenbahnfahrt in Richtung Halle/Saale. Anfangs 25, waren es schließlich 30 Personen, die der Morgenandacht in der Katholischen Kirche St.Marien zu Schönebeck beiwohnten. Trotz bereits langem Bestandes der Gemeinde und einigen Notlösungen konnte schließlich am 22. Juni 1912 die eigene Kirche geweiht werden. 1961/62 grundrenoviert, erhielt der Backsteinbau 1980 sein jetziges Gesicht. Andacht durch Pfarrer Thorak, unterstützt von Dagmar. Nach Liedgesang und Lesung, Segen und guten Wünschen Abgang auf den Pilgerpfad. Schönebeck mit dem eingemeindeten Bad Salzelmen hielt noch einen Zwischenhalt bereit. Die Schwesternschaft des Julius-Schniewind-Hauses e.V. war auf einen Kurzbesuch vorbereitet. Mit dem erstmals von uns zum Vortrag gebrachten neuen Pilgerlied aus Dagmars Feder erbaten wir Einlaß. Schwestern Christina und Dorothea begrüßten uns freundlich, führten in Garten und Kapellchen, gaben durstigen Kehlen Labung. Das Haus bietet Möglichkeiten, das Leben der Gemeinschaft ein Stück zu teilen, an den Gebetszeiten teilzunehmen, persönliche Stille zu suchen und seelsorgerliche Begleitung zur Neuorientierung in Anspruch zu nehmen. Das Projekt “Kloster auf Zeit” hält Aufenthalte als G a s t, als H e l f e r i n in Küche, Haus, Garten und Gästedienst sowie Absolvenz des Freiwilligen Sozialen Jahres bereit. Vorbei an der Kureinrichtung Bad Salzelmen. Vor Ort wurde 800 Jahre lang Salz gewonnen. Ab 1894 bis heute realisiert vornehmlich Sole den Kur- und Badebetrieb. Fernab grüßt das einst 1200 m lange inzwischen auf 350 m geschrumpfte Gradierwerk. Ums vorweg zu nehmen: die Magdeburger Börde hat aus Touristensicht überwiegend bescheidene Landschaftsreize zu bieten. Ackerflächen, gleisartig angelegte Betonfahrwege für deren Bewirtschaftung, mal Wiesen, wenig Wald. - Da war die 1. Etappe, entlang der Elbedeiche, noch etwas anderes! Jetzt ist Beständigkeit des Wanderschritts gefordert. Gespräche - und deren gibt es einige - helfen, beschäftigen den Kopf und lenken ab... Ungeachtet dessen entschädigen, neben der überwiegend sonnigen Wetterlage, Erlebnisse in den Gemeinden. Kleinmühlingen, der Mittagshalt, bietet beispielsweise Kirche - Sport / ggf. mit Politik - und Wirtschaft nebeneinander: Begrüßung vor der Kirche St.Salvator durch Frau Schleussner, Andacht unter Pfarrer Lütgert, der einen freien Tag für uns opferte, unter Assistenz Pfarrer Beyers, Schönebeck, der uns vom ersten Empfang dort bekannt. Er war, aus Sympathie zu den Pilgern, mit dem Fahrrad gefolgt. Auf Empfehlung des Ortspfarrers - da selbst daran mitgewirkt - Besuch des Friedensfahrt- museums. Als einziges seiner Art Enklave für alle(s) rund um Täve. Friedensfahrt-fan Schäfer baute mit Gleichgesinnten aus seiner Scheune eine museale Einrichtung, die er mit seiner gleichwohl begeisterten Frau betreibt. Engagierte Leute, die ihren Lebensinhalt im Zusammentragen von Erinnerungsstücken der “Performance Friedensfahrt” und deren Propagierung finden. Der Zweig Wirtschaft sei durch eine Original-Bockwindmühle, die jahrhundertelang auf der dem Ort naheliegenden Anhöhe ihren Dienst verrichtete, ins Bild gegeben. Halbzeit solls bereits sein (11,5 km). Man wills gern glauben. Weiter nach Calbe (7,1 km). Ein ansehnlicher Ort, sauber die Hauptstraße und was randwärts zu sehen ist. Wieder einmal läuten die Glocken zu unserem Empfang. Zufall ??! St.Stephani mit zwei ansehnlichen Türmen, jedoch so sehr in die Häuservielfalt der Innenstadt integriert, daß ein “Porträtfoto” mit normaler Technik nicht zu machen ist. Pfarrer Wenzlaff spricht, singt, mit uns und allein. Ein berührender Vortrag, in Bescheidenheit, melodischem Wohlklang, dabei die Facetten der Akustik des Kirchenraumes nutzend. - Seine Begleitung durch die Stadt, den traditionsbehafteten Marktplatz, das imponierende Saale-Wehr und ein Stück Wegs zum Bahnhof, brachte eine Fülle von Informationen zur Gegend. Bahnhof Calbe-Ost liegt relativ weit - heißt gut 30 Fußminuten - vom Ortskern entfernt. Der Zug kommt pünktlich 18.31 Uhr und kurz nach 20 Uhr sind wir in Leipzig. Ein gediegener, ein schöner Pilgertag. Danke! Albrecht Enk Leipzig, am 9. April 2009 |
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