| Samstagspilgern in Thüringen - 3.Etappe |
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Samstagspilgern in Thüringen 2009
Die dritte Pilgeretappe fand ausnahmsweise am Sonntag, 10.Mai statt. So konnten die 15 Pilger am Gottesdienst der Brüdergemeine Neudietendorf teilnehmen. Als es endlich auf die Strecke ging, war die Sonne hervor gekommen. Bis zur nächsten Kirche in Kornhocheim war es nicht weit. Diese ist ein großer Kontrast zur vorigen, doch sie steckt ebenso voller Überraschungen. Der Hl. Nikolaus ist Patron des gotischen Gebäudes, das im Inneren zauberhafte Emporenmalereien aufweist. Herr Weidemüller öffnete die original erhaltene Tür und überließ uns dann stiller Betrachtung und andächtigem Staunen. Weiter ging es durch Felder und eine allseits aufblühende Natur, mit großartigen Fernblicken zu den Drei Gleichen, zu den Bergen hinter Arnstadt und auf unser nächstes Ziel. Der hoch aufragende Kirchturm von Apfelstädt wies uns sicher den Weg. Im Ort angekommen empfing uns Frau Dubiol und lud zur Erkundung der Kirche ein. In den vergangenen Jahren wurde das Gebäude aufwendig saniert, so dass man das hohe Alter nicht auf den ersten Blick erkennt. Geweiht ist die Kirche der Hl. Walpurga, einer Begleiterin des Missionars Bonifatius. Nach der Mittagsandacht zeigte uns Frau Dubiol noch den angrenzenden Pfarrhof, der gleichfalls liebevoll restauriert wurde und jetzt für vielfältige Gemeindeaufgaben genutzt wird. Mittlerweile stand die Sonne hoch am Himmel und die Pilger verlangte es nach einem schattigen, luftigen Rastplatz. Wir fanden selbigen im Bürgerhaus von Apfelstädt, deren Wirtsleute uns mit Erfrischungen versorgten, und großzügig unsere eigene Verpflegung billigten. Als der Rost angeschmissen wurde, mussten wir leider weiterziehen. Der Pilgerweg führte nun durch den Auenwald entlang des Flüsschens Apfelstädt. Einen Abschnitt legten wir schweigend zurück und konnten dabei „Mutter Natur“ mit allen Sinnen genießen. Es dauerte nicht lange, da erreichten wir Wandersleben, und bald auch die Kirche St.Petri, wo uns Herr Witzel begrüßte. Auch dieses Gotteshaus ist auf ganz eigene Art beeindruckend. Es birgt unter anderem eine prächtige, restaurierte Orgel an der Ostwand und darunter einen mittelalterlichen Schnitzaltar. Auf dessen linken Flügel ist auch der Pilgerpatron Jakobus mit Muschel, Stab und Tasche zu finden, allerdings in einer sehr seltenen Darstellung als Kind. Nach der Andacht und den Ausführungen von Herrn Witzel zur Geschichte der Kirche blieb noch Zeit, um die Menantes-Gedenkstätte auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu besuchen. Menantes, der mit richtigem Namen Christian Friedrich Hunold hieß, war ein Dichter, der 1680 in Wandersleben geboren wurde. Pfarrer Kramer hatte am Aufbau der Gedenkstätte maßgeblichen Anteil, befand sich aber gerade auf Besuch in der französischen Partnergemeinde. Statt ihm erwartete uns Herr Schuchardt, welcher uns die Stempel der drei zuvor besuchten Kirchen in die Pilgerpässe drückte. So konnten wir dann zufrieden und mit neuen Eindrücken reich gesegnet zum Bahnhof wandern und in unsere Heimatorte zurückkehren.
Steffen Rödiger |
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