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Pilgerauftakt 2012
  Das neue Jahr 2012 hat begonnen!   Es wird  auch für uns Pilger wieder viele verschiedene Wege bereithalten
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Pilgerbericht 7: Etappe Halle-Merseburg PDF Drucken E-Mail

7. Etappe: Ökumenisches Samstagspilgern von Halle nach Merseburg

 

Am 5. September 2009, 8.30 Uhr, erschallt im Hauptbahnhof Leipzig eine Ansage: Die Gruppe nach Halle möchte sich an der Information einfinden. Wieso ist Dagmar Schlegel noch nicht da? Zum Glück gibt es eine moderne Frau mit Handy unter uns, wir erfahren, Dagmar hatte einen Autounfall, „nur“ Blechschaden. Schnell werden 5er-Gruppen gebildet.

Volker Schikowsky übernimmt in Halle die Führung. Zunächst zeigt uns Ulla Steger ihr Halle, diesmal aus einer anderen Sicht. Wir gehen auf rekultiviertem Gelände – an restlichen Industriegiganten vorbei – zur Johanneskirche.

Pfarrer Wöhlmann lädt uns ein: zu einer Besinnung auf die Gestaltung der Welt im Hier und Jetzt – im Hinblick auf die kommende Welt. Mit Brot und Weintrauben bekennen wir uns zu unserem Glauben.

Wir hören von den Rekonstruktionsarbeiten an der ab 1883 errichteten neugotischen Kirche in Klinkerbauweise. Dem Verfall preisgegeben, beginnt 1991 die Restaurierung. Die durch Vandalismus stark geschädigten wertvollen Bleiglasfenster des Alois Freystadl können ihre Schönheit zurückerhalten. Äußere Veränderungen der Kirche führen zu innerem Wachstum der Gemeinde.

Wie schön, nun kommt Dagmar Schlegel doch.

Jetzt ziehen wir fröhlich mit starkem Führungsteam – neben Renate Ender begleitet uns auch Pfarrer Wöhlmann – auf unserem Pilgerpfad.

Beachtlich ist das Gebäudeensemble von 1910 – 1929 um die Kirche herum. Auf einem Foto aus der Vogelperspektive können wir die Anordnung der Häuser im Stadtteil – gleich einem Kreuz – erkennen. Uns gefällt auch der Wasserturm in rotem und blauem Klinker.

Das Franziskanerkloster, die katholische Gemeinde „Zur Heiligsten Dreieinigkeit“, der Südfriedhof, die Lutherkirche, Halle-Silberhöhe und schließlich die „Alte Heerstraße“ - auch eine alte Handelsstraße – sind Etappen auf dem Weg zur katholischen Kirche „St. Marien“ (1984 geweiht). Das Ehepaar Schneider bewirtet uns zu unseren Mittagsbroten mit Getränken. Die Fürbitten - „Maria: Mit Christus unterwegs zu den Menschen“ - gestaltet Frau Herting.

Danach schreiten wir kräftig in der Natur voran. Doch nicht lange, Pfarrer Wöhlmann lehrt uns auf der Schafsbrücke über die Weiße Elster unweit von Beesen und Ammendorf das Fürchten. Auf der ehemaligen Zollbrücke – gelegentlich zwischen Sachsen und Preußen – liest er Sagen, u. a. vom lebendig eingemauerten Kind und von der heiligen Katharina, aus deren Adern Milch floss, als sie geköpft wurde (Ammendorf). Wechseln wir den Fluss. Wir erreichen in der urigen Auenlandschaft die „Gerwische“. Uns treibt es weiter.

War es der Kaffeeduft bei Familie Geisel in Planena, der uns lockte? Eigentlich wussten wir doch noch nichts von Kaffee/Tee und Kuchen im herrlichen Gartengelände. In Planena bauten die Wenden die Häuser so, dass sie dem Froschkonzert lauschen konnten. 1184 werden sie schon erwähnt. Napoleon sollen sie auch getäuscht haben! Nach der Führung durch das Dorf waren wir sprachlos, nur das Pilgerlied konnten wir noch singen, so viel Liebe.

 

Auf zur Saale.:Jetzt wird es chemisch. Dagmar informiert uns über die „Karbidbude“ Buna.

Durch den herrlichen Stadtpark an der Saale gelangen wir nach Merseburg zum Ortsteil Altenburg.

Pfarrer Stauss erzählt von den Resten des Benediktiner Klosters St. Petri, auch von der Seligen Paulina von Schraplau und ihrer Wirkungstätte in Merseburg.

In der Kirche St. Vitri kommt die barocke Ausstattung von 1690 auf dem schlichten romanischen Kern der Kirche wunderbar zu Geltung. In Anbetracht der Zeit hält Pfarrer Stauss eine kurze zu Herzen gehende Andacht. Wir ahnen noch nicht, dass eine weitere Perle des Kichenbaus auf uns wartet.

Durch das nobel restaurierte Viertel, an der Oberen Wasserkunst vorbei, gelangen wir zur Kaiserburg. Sie stellt ein großartiges Renaissance-Zeugnis dar, aber auch barocke Gebäude umschließen den herrlichen Schlosspark. Unterhalb, an der Saalebrücke (seit 1188 genannt), entdecken wir wieder ein Pilgerzeichen. Nach dem Anblick der wunderbaren Anlage von Dom und Schloss begeben wir uns am östlichen Ufer der Saale zur Neumarktkirche St. Thomae, dem heiligen Thomas Becket geweiht. Durch Flussregulierung versank die spätromanische Kirche zunehmend, wurde 1973 aufgegeben und nach 1991 restauriert und rekonstruiert.

Pfarrer Stauss erzählt uns, wie er das Mähen erlernte. Er gibt uns ein Bild eines die Sense schärfenden Bauern und einen Spruch mit auf den Weg: „... viel Schärfen hält nicht auf...“ Ja, für manches muss eben Zeit sein, weil es Gewinn bringt.

Noch ein kleiner Imbiss aus dem Rucksack, unseren zweiten Pilgerstempel erworben, dann geht es zum Bahnhof.

Ein herzliches Dankeschön an alle Organisatoren.

 

Edith Markert