Jakobswege PDF Drucken E-Mail

1. Entstehung


Zu den bedeutendsten Pilgerwegen gehört der Jakobsweg. Der Anstoß zum Netzwerk von ausgeschilderten Jakobswegen ging von einer politischen Initiative aus, als der Europarat 1987 eine Wiederbelebung der ‚Wege der Jakobspilger’ vorschlug als neues Symbol für kulturelle Identität und europäische Integration.

Bereits vorhandene europäische Jakobsgesellschaften reagierten nicht nur positiv auf diese Initiative. Sie fürchteten, vom Tourismus vereinnahmt zu werden und betonten nachdrücklich, dass neben Kunst, Musik und Architektur der spirituelle Charakter der Wege nicht vernachlässigt werden dürfe. So trafen sich schon 1988 Europarat und Jakobusgesellschaften, um sich auf verbindliche Kriterien für die Jakobswege zu verständigen. Es wurde gemeinsam festgehalten, dass die Revitalisierung der Routen nur auf Grundlage einer streng wissenschaftlichen Identifikation der historischen Wege nach Santiago erfolgen solle und zwar auf der Basis von schriftlichen und ikonographi-schen Dokumenten des Jakobkultes.
Ein vom Europarat verabschiedetes Signet, die stilisierte Jakobsmuschel wurde seit damals das verbindliche Zeichen dieser Jakobswege.

2. Kriterien


Christoph Kühn hat auf die wichtigsten Kriterien bei der Entwicklung von Wegen der Jakobspilger hingewiesen, wie sie von der Deutschen Jakobusgesellschaft verabschiedet worden sind:
  • ein ungestörtes Pilgern durch gute Begehbarkeit
  • eine Zielorientierung im Hinblick auf Santiago de Compostela
  • die Einbindung kirchlicher Traditionen am Weg
  • die Einbeziehung der Akteure in der Region
  • die Einbindung in das vorhandene Wegenetz
  • die Ermöglichung einer europäischen Zusammenarbeit
  • die Verdeutlichung eines religiös-spirituellen Gehaltes
  • die Gewährleistung von Nachhaltigkeit durch eine regelmäßige Betreuung
  • der Aufbau einer einfachen, pilgergemäßen Infrastruktur
Die Jakobswege in Mitteldeutschland werden begleitet und unterstützt durch den Koordinierungskreis Mitteldeutschland der Deutschen Jakobusgesellschaft, für Sachsen-Anhalt ist die Jakobusgesellschaft Sachsen-Anhalt verantwortlich.