Pilgerbericht Ökumenisches Samstagspilgern in Thüringen 2018 1.Etappe Thalbürgel – Jena 17.03.2018

Werbung für Gott
In der Nacht hatte Gott tatsächlich Schnee abgeladen. Nicht übermäßig, aber ausreichend um ganz Thüringen in ein weißes Kleid zu hüllen. Zusätzlich hatte er die himmlische Tiefkühltruhe geöffnet und tückische Ostwinde herabgeblasen. Wer würde bei solchen Umständen pilgern gehen???
Und doch fanden sich sechs zuversichtliche Menschen am Treffpunkt ein. Pfarrer Waschnewski hatte bereits Schnee gefegt und in der gewaltigen Klosterkirche Kerzen entzündet. Da wurde uns gleich warm ums Herz. Er informierte uns über die Gründungsidee des Klosters Thalbürgel "... daß der Frieden nützlicher und heilsamer der Seele ist, als der Krieg, und zur Ehre unseres Herrn Jesus Christus..." In der Andacht baten wir Gott: "Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest!" (Psalm 31).
Nach dem Pilgersegen und -stempel sowie einem Foto marschierten wir zügig voran. Der Frost zwackte in die Nasen, der Wind wollte unter die Jacken kriechen. Doch wenn wir uns umschauten, war uns als liefen wir durch eine gemalte Winterlandschaft von Caspar David Friedrich.
In Kleinlöbichau war das kleine Kirchlein geöffnet und auch hier wurden wir erwartet. Angesichts des liebevoll und wunderschön sanierten Gotteshauses staunten wir sehr. Herr Hädrich erzählte uns von den gemeinsamen Mühen der Anwohner, ihre Dorfkirche zu erhalten. Und der Herr ließ dieses Werk gelingen! Wir bedankten uns und zogen zum nächsten Ort – Großlöbichau. Im Dorf kam uns bereits ein Mann entgegen und begleitete uns auf den Hügel mit dem Haus des Herrn. Auch hier war der Weg freigeräumt und in dem uralten Gemäuer war es (auch ohne Heizung) angenehm temperiert. Steine können nicht wirklich erzählen, doch Herr Rösner konnte es. Auf dem prächtigen Schnitzaltar entdeckten wir Jakobus, unseren Pilgerpatron. Mit den anderen Aposteln rahmt er eine Madonna auf der Mondsichel. Nach einem kurzen Lied und Gebet verabschiedeten wir uns und kehrten gegenüber im Gasthof ein. Hier war es richtig warm und gemütlich, und der Wirt versorgte uns mit heißen Getränken und leckerem Essen. Allen zukünftigen Pilgern sei somit der "Gembdenkeller" Großlöbichau wärmstens anempfohlen!
Wieder draußen, war es trotz mittäglicher Stunde immer noch eisig kalt und windig. Doch bis zur nächsten Station war es nicht weit. Auch in Jenaprießnitz war die Kirche geöffnet – aber niemand war da. Es mußte aber jemand da gewesen sein, denn auf einer Kirchenbank standen zwei Thermoskannen mit Tee, dazu Becher und eine Schale mit Keksen. Welch eine Wohltat für uns Pilger – und welche Ehre für Gott. "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." (Matthäus 25,40) Von einem Infoblatt konnten wir etwas aus der Geschichte der Kirche erfahren. Mit ein paar Zeilen dankten wir den guten, unbekannten Geistern dieses Hauses.
Soviel Güte und Schönheit durften wir entlang dieses Kirchen-Radweges erfahren, daß wir, in Anbetracht der Verhältnisse, das eigentliche Tagesziel aufgaben bzw. auf eine spätere Tour verschoben. Glücklich und wohlbehalten erreichten wir die Endstelle der Straßenbahn und die Heimreise begann.
Lob sei Gott in der Höhe, und Dank seinen irdischen Mitarbeitern, denen wir heute begegneten.

Steffen Rödiger
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