Pilgerbericht 3. Etappe Samstagspilgern in Thüringen

Rund um Sömmerda 12.05.2018
Wie lieblich ist der Maien
Dieser Liedzeile können alle Pilger zustimmen, die sich morgens am Bahnhof von Sömmerda einfinden. Die Sonne lacht und wird uns den ganzen Weg begleiten.

In den Gärten, die wir unterwegs passieren, leuchtet mannigfaltige Blütenpracht, es summt und brummt und zwitschert. Erste Station des Tages ist die katholische Kirche St.Franziskus. Im Inneren ist es ruhig, der Tageslärm bleibt draußen. Kerzen brennen und durch die modernen Glasfenster trägt auch das Tageslicht zur heiteren Stimmung bei. Wir werden von Pfarrer Bock begrüßt und nach der Morgenandacht über die Geschichte der Kirche/ Kirchgemeinde informiert. Wie anderenorts auch bestimmten und bestimmen wechselnde Umstände das Leben der Gemeinde. Doch man merkt dem Pfarrer an, daß er sein Amt mit Freude und Herzblut ausübt. Mit Segenswünschen und einem Stempel im Pilgerpaß werden wir verabschiedet.
Schon zehn Minuten später treten wir durch die nächste Kirchentür. St.Bonifatius ist die evangelische Stadtkirche, am Markt gelegen. Drinnen wird ein Konzert vorbereitet, aber wir dürfen uns ungehindert umschauen. Das Gotteshaus ist alt und ehrwürdig. Es besitzt große Fenster im Chor und einen mächtigen und prächtigen Flügelaltar. Zwei Emporen umziehen das Schiff und sind mit biblischen Szenen kunstvoll bemalt. Auf einer dritten Empore im Westen throhnt die Orgel, die am Abend erklingen soll. Es gibt auch einen fest installierten Pilgerstempel, denn der Lutherweg führt hier entlang.
Seine Markierung mit dem großen "L" leitet uns anschließend nach Schallenburg. Zuerst durch den Stadtpark, dann laufen wir ein Stück parallel zur Unstrut und passieren den Wildwasser-Kanal. Nun sind wir in der Unstrut-Aue, wo es durch Wiesen und Felder geht. Am Ortseingang Schallenburg überqueren wir den Fluß ein zweites Mal. Hinter der Brücke gibt es einen Rastplatz, den auch wir nutzen. Unter großen Bäumen stärken wir uns und genießen Gottes große Güte.
Nun sind es nur noch wenige Meter bis zur Dorfkirche St.Cyriakus. Sie präsentiert sich von außen in einem schlichten Gewand. Innen birgt sie manchen Schatz und bringt uns zum Staunen. Über die Rettung dieser Schätze und der Kirche insgesamt berichtet Herr Remitschka vom Förderverein. Er ist von klein auf mit dem Gotteshaus verbunden und wir spüren seine Leidenschaft beim Erzählen. Auch von ihm bekommen wir einen Stempel und ziehen nach gemeinsamen Lobgesang frohgemut weiter.
Über eine leichte Anhöhe geht der Weg zurück nach Sömmerda. Trotz der relativ geringen Erhebung können wir weit ins Land schauen. Vielerorts leuchten gelbe Rapsfelder und auf den umliegenden Hügeln drehen sich zahlreiche Windräder. Wir wandern durch den Ziegeleipark, umwölkt von Akaziendüften; durch Reste des Auwaldes, wo der Pirol ruft. Quer durch Alt-Sömmerda mit der Petri-Kirche (die leider nicht offen ist) erreichen wir bald darauf wieder den Marktplatz. Hier verabschieden wir uns mit Dankbarkeit für die schönen gemeinsamen Stunden unserer Pilgerwanderung.

Steffen Rödiger
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