Bericht Frühlingspilgern im Erzgebirge - zum Pilgergrab nach Hundshübel

Zum Frühlingspilgern des Interessenkreises Jakobsweg Silberberg hatten sich 21 Pilgerfreunde aus dem Erzgebirge und Gäste aus Glauchau und Dresden am 18.05.2018 am Filzteich in Schneeberg- Neustädtel eingefunden.
Zum Beginn der denkwürdigen Wanderung zum Pilgergrab eines Pilgers aus Polen der auf dem Weg nach Santiago de Compostela war, wurde Heimatfreund
Hans-Jürgen Müller aus Hundshübel begrüßt.
Bei herrlichem Frühlingswetter nahmen die Pilger ihre Wanderung nach Hundshübel auf.
Entlang des Dammes vom Filzteich, durch den Hartmannsdorfer Forst erreichten die Pilger den Ortseingang von Hundsübel.
An der neu errichteten Kursächsische Ganzmeilensäule informierte Hans-Jürgen Müller über den Marienweg und andere touristischen Möglichkeiten rund um Hundshübel.
Die im Stil des Rokoko gebaute Kirche von Hundshübel war Ziel der Pilger.
Nach einer Andacht berichtete Hans-Jürgen Müller in bewegenden Worten über das Schicksal des polnischen Pilgers Zbigniew Wilk.
Im November 2013 war er aus Schneeberg kommend nahe Hundsübel entkräftet aufgefunden worden.
Hans-Jürgen Müller und seine Familie haben sich um den gestrandeten Pilger aufopferungsvoll gekümmert.
Sie haben manches bürokratische Hindernis überwunden, ihm Unterkunft gewährt sich um seine medizinische Betreuung gekümmert und ihn auf seinem letzten Weg begleitet.
Die Ärzte stellten bei Zbigniew Wilk eine Krebserkrankung im Endstadium fest, so dass er seinen Pilgerweg nicht fortsetzen konnte.
Im Januar 2014 ist er im Hospiz in Erlabrunn verstorben.
Er hatte in seiner Heimat keine Verwandten mehr. Mit Unterstützung der Stützengrüner Kommune wurde er 13.Januar 2014 ist er auf dem Friedhof in Hundshübel durch einen katholischen Pfarrer beerdigt.
Pfarrer Poppitz aus Stützengrün fand in einem Nachruf folgende Worte:
„Da strandet ein Mensch, dem kein Lebenssinn mehr blieb als los laufen.
Und der- … -auf Menschen traf, denen unser Herr das Herz aufschloss und sie ihm zum Nächsten werden ließ.“
So ging seine Pilgerreise die Santiago de Compostela zum Ziel hatte in Hundshübel sein Ende. Eine vergangene Pilgerreise hatte ihn bis nach Rom geführt.
Die Pilgergruppe suchte sein Grab auf dem Hundshülbler Friedhof auf.
Gerd Lauckner vom Interessenkreis Jakobsweg Silberberg legte auf dem Grab eine Jakobsmuschel nieder, die er vom Kap Finisterre dem „Ende der Erde“ und Endpunkt des Jakobsweges mitgebrach hatte. Ein vom Kunstmaler Mathias Richter mit einem Jakobspilger bemalter Stein schmückt nun das Grab.
Mit einem wunderschönen Blick von Hundshübel auf die Eibenstocker Talsperre und den Erzgebirgskamm mit dem Auersberg nahm die Pilgergruppe den Weg zurück nach Schneeberg in Angriffe. Ein großes Dankeschön gebührt Hans-Jürgen Müller
der uns das Schicksal des polnischen Pilgers so eindrucksvoll nahe gebracht hat.

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Pilgergrab Hundshübel
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