Pilgerbericht 4. Etappe Ökumenisches Samstagspilgern

zu Klöstern und Kirchen entlang der Unstrut  6. Juli 2019 Artern – Heldrungen

An diesem ersten Feriensamstag in Mitteldeutschland, machten sich die Leipziger Pilger am frühen Morgen auf den Weg nach Artern, in den Kyffhäuserkreis.         Am Bahnhof warteten schon unserer Thüringer Mitpilger und gemeinsam ging es durch den Ort zur Stadtkirche St. Marien; vorbei an der der Kath. Kirche und dem imposanten Rathaus, sowie den ersten Hinweisen auf die ehemals bedeutsame Saline.

In der Kirche empfing uns die junge Pfarrerin mit Gemeindegliedern und wir tauchten erst mal in die wechselvolle Geschichte des Gotteshauses ein. Vieles wurde durch das Engagement in der Gemeinde wieder instand gesetzt, so dass die Kirche z.B. ganzjährig genutzt werden kann.

Die Andacht gestaltete Pfarrerin Burghardt in Form einer Meditation, bei der wir aufgefordert waren, das Äußere und das Innere zu erspüren und uns so mit einem Fundament für den Pilgertag zu stärken. Nach dem Segen und dem Pilgerstempel, begaben wir uns gemeinsam auf die Pilgeretappe. Schön, dass wir auch immer wieder vieles aus der Geschichte der Orte erfahren, Salz war jahrhundertelang das bestimmende Gut der Stadt Artern. Noch heute gibt es den Solepark, Solegraben und die Reste der Salzsiederei. Ein Naturpark bietet Informationen über die Pflanzen der Salzlandschaft. 

Unser nächstes Ziel an diesem Tag war die Dorfkirche Schönfeld, entlang der Unstrut unter der Autobahn hindurch und zwischen den Weiden mit Ziegen und Schafen erreichten wir die freundlich geöffnete Kirchentür.

Ein prachtvoller in Weiß und Gold gehaltener Altar nahm unsere Blicke gefangen. Herzlichen Dank an Frau Telschow, die uns die weiteren Ausstattungsstücke und die Arbeit des Schönfelder Kulturvereins vorstellte, der all dies schon zuwege gebracht und weiter an der Restaurierung und vor allem Nutzung der Kirche arbeitet.

Nach der Mittagsandacht und einer Pause im Grünen ging es auf den 2. Teil des Weges.

Bevor wir ein Stück schweigend durch das Ried liefen, dachten wir an  unsere Mitpilger, denen es zur Zeit nicht so gut geht, aber auch an diejenigen die auf anderen Wegen unterwegs sind. Am Ende des Abschnittes berichtete ein Mitpilger von seinem desjährigen Pilgern auf dem portugiesischen Teil des Jakobsweges nach Santiago de Compostela. Wir bewunderten den reichlich mit Stempeln gefüllten Pilgerausweis.

Fröhliche Paddler querten unseren Weg auf der Unstrut, als wir diese auf der Brücke überschritten. Nun war es doch ganz schön warm und der Weg durch die Felder nach Bretleben (oder wie die Einheimischen sagten: „Brättlähm“) dehnte sich.  Kurz vor dem Bahnübergang sahen wir hoch oben ein Storchennest mit schon fast flüggen Jungstörchen. Im Ort ging es zur großen Johanniskirche, die uns Pfarrerin Burghardt schon am Morgen empfohlen hatte.

Nach dem Öffnen der Kirchentür traten wir in einen sonnendurchfluteten weiten Raum, der uns sofort den Halleluja – Kehrvers eines Kirchenliedes anstimmen lies.  Die Kirche befindet sich gerade in den letzten Zügen ihrer Wiederherstellung, nach dem sie schon fast dem Verfall preisgegeben war. Frau Lampert aus der Gemeinde betrachtet die Kirche als einen wichtigen Teil Ihres Lebens und freute sich sehr, dass auch mal Fremde  ihr Interesse teilten. Wichtig wird es sein, dass nach der Beendigung der Bauarbeiten eine regelmäßige Nutzung  gewährleistet werden kann.

Nun ging es noch einmal auf den Weg, leider doch ohne Kirschen, es war einfach zu trocken in diesem Jahr. Schon lang sahen wir vor uns Heldrungen mit Kirche und Wasserburg und dahinter den bewaldeten Höhenzug der Hohen Schrecke. Durch den Ort ging es dann direkt zur Wasserburg mit Ihren Bastionen und Gräben. Heimatgeschichte die für die meisten neu war. 

Dann riefen uns auch schon die Glocken der nahen Golgatha-Kirche zur Abschlußandacht. Der evangelische Pfarrer Eichfeld und Kantor Salzmann hielten diese mit uns. Herr Rönnecke stellte uns die altlutherische Gemeinde und deren Besonderheiten vor. Die Kirche ist das Gotteshaus dieser Christen.

Der Weg zum Bahnhof Heldrungen führte uns dann an der Ev. Wigbertikirche, an Blumenfeldern und am Naturbad vorbei und wir freuten uns, dass wir nach dieser gelungenen Etappe die Bahn pünktlich erreichten.

Dagmar Schlegel                                                                           Rackwitz im Juli 2019

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