Pilgerbericht 2. Leipziger Winterpilgern

am 1. Februar 2020 von Leipzig nach Markkleeberg

Zum zweiten Mal fand nunmehr das Winterpilgern als Auftakt der jährlichen Pilgersaison statt.
Unser Weg führte uns entlang des Jakobsweges Via Imperii und des Sächsischen Lutherweges von der katholischen Propsteikirche St.Trinitatis im Zentrum der Stadt Leipzig zur Fahrradkirche in Markkleeberg-Zöbigker.
Ungewohnt frühlingshafte Temperaturen ließen uns frohen Mutes den Tag und den Weg beginnen.
Ca. 30 Pilgerinnen und Pilger aus Sachsen und eine aus Thüringen waren dabei.

Dagmar begrüßte uns in der Propsteikirche und hieß Propst Gregor Giele willkommen.
Mit ihm hielten wir eine Andacht zum Thema der Jahreslosung 2020 „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9, 24).
In seiner Auslegung stellte er das Paradoxon dieser Bitte in den Mittelpunkt. Der Glaube ist keine gerade Bahn. Höhen und Tiefen, Gewissheiten und Zweifel, Stärkung und Anfechtung bringen den Glauben immer wieder zum Schwingen.
Er machte uns Mut, auf dem Weg unruhig und neugierig zu sein – auf dem vertrauten Pfad tun sich heute vielleicht neue Horizonte auf.
Mit Segen und dem Lied „Geh unter der Gnade, …“ machten wir uns auf den Weg.

Er führte uns zunächst durch den Clara-Zetkin-Park, an der Rennbahn Scheibenholz vorbei, entlang dem Elsterflutbett und der Pleiße zur Connewitzer Schleuse. Unterwegs nutzte Henning Diestel die Wanderung, die Beschilderung des Pilgerwegs zu ergänzen. An der Schleuse gaben Dagmar Schlegel und Henning Diestel interessante Informationen zum Gewässernetz in Leipzig und Markkleeberg.

Schweigend setzten wir den Weg entlang dem Floßgraben bis zur Weißen Brücke fort und ließen Licht und Geräusche bewusst auf und in uns wirken. Den Eisvogel bekamen wir aber nicht zu Gesicht, dessen Revier sich hier befindet.
Hinter der Weißen Brücke machten wir eine Zwischenrast. Manch einer verzehrte dabei schon einen Großteil seines Proviants.
Am Stadtrand von Markkleeberg – am sogenannten Wolfswinkel – hielten wir an einer Gedenktafel inne. Sie erinnert an ein Außenlager des KZ Buchenwald, in dem Ende 1944/Anfang 1945 ungarische und französische Jüdinnen Zwangsarbeit leisten mussten.

Die Mittagspause machten wir an der Martin-Luther-Kirche im Markkleeberger Stadtteil Gautzsch.
Bevor wir uns im Alten Kantorat den restlichen Proviant sowie Kaffee und Stollen der Kirchgemeinde schmecken ließen,
hielten wir in der Kirche zur Mittagsandacht inne. Pfarrer Frank Bohne sprach zum Thema des Kirchenliedes „Such wer da will …“ (EKG 346).
Er „offenbarte“ sich als Pilgermuffel und bezog sich mit einem Augenzwinkern auf Luthers Ablehnung des Pilgerns.
Gemeinsam konnten wir uns aber darauf verständigen, dass Luther den Missbrauch des Pilgerns verurteilte.
Wir schlossen einen gedanklichen Bogen zur Morgenandacht – Pilgern in Zeiten der vollständigen Planbarkeit aller Lebensbereiche ist eine gesunde und geistige Herausforderung, ein Sich-Überraschen-Lassen von Gott und Sich-Einlassen auf Gott.

Auf dem letzten Teil unseres Weges setzte dann doch der Regen ein, was für uns Pilger natürlich kein Problem ist. Wir sind bekanntlich auf alle Wetter eingestellt! Nachdem wir kurz den Cospudener See tangierten, erreichten wir den Stadtteil Zöbigker.
Ingrid und Henning Diestel, die hier wohnen, gaben viele interessante Details zur Geschichte des Ortes.
Schließlich erreichten wir unser Ziel, die Fahrradkirche Zöbigker. Sehr überrascht und erfreut waren wir, dass die Kirche nun ein Dach hat und die Instandsetzungsarbeiten weiter fortgeschritten sind. Der unermüdliche Einsatz des Vereins der Freunde und Förderer der Fahrradkirche macht dies möglich.
Einen besinnlichen Abschluss des Tages bildete eine Andacht von Henning Diestel.
Großen Dank an alle, die aktiv den Winterpilgertag vorbereitet und geleitet haben, insbesondere an Dagmar.
Vielleicht treffen wir uns das ein oder andere Mal beim Ökumenischen Samstagspilgern auf sächsischen Wegen wieder. Die erste Etappe führt am 04.04.2020 von Görlitz nach Vierkirchen.
Ultreia!
Mit herzlichen Segensgrüßen
Frieder Leistner
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